23. Schöneberger Salon mit CHRISTIAN BARON, „SCHÖN IST DIE NACHT“ | 5. April 2025

Im nächsten Salon am wird der Autor und Journalist CHRISTIAN BARON zu Gast sein, der vor allem mit seinem autobiografischen Roman „Ein Mann seiner Klasse“, zu einer bedeutsamen literarischen Stimme geworden ist. Thema dieses – im vergangenen Jahr verfilmten – Romans ist die Kindheit und Jugend in einem von Armut und häuslicher Gewalt geprägten Umfeld und wie es gelingen kann, seinen eigenen Weg zu finden.
Im Mittelpunkt der Lesung wird vor allem Christian Barons zweiter Roman „Schön ist die Nacht“ stehen, in dem er anhand der Geschichte seiner Großväter die Ursprünge der Gewalt in seiner Familie ergründet. Beide Männer verbindet eine toxische Freundschaft, die in den letzten Kriegswochen ihren Anfang nahm und ihr Leben prägt. Vor allem durch die Dialoge der Figuren entsteht ein authentisches, wertungsfreies Tableau des westdeutschen Arbeiter- und Kneipenmilieus der 70er Jahre, mit Menschen wie Horst und Willy, die trotz harter Arbeit ihre Vorstellungen von einem guten Leben nicht verwirklichen können. Unverkennbar sind hier literarische Vorbilder wie Hans Fallada und Alfred Döblin.
Als abschließenden Teil seiner Kaiserlautern-Trilogie wird der Autor auch den im Sommer erscheinenden Roman „Drei Schwestern“ vorstellen.
musikalische Begleitung: FRANK WISMAR (Gesang)

Beginn: 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr
Großgörschenstraße 6 (S 1 Yorckstraße/U 7 Bahn Kleistpark); Beitrag für die Künstler: 18 Euro

Wegen der begrenzten Platzzahl bitte ich um verbindliche ANMELDUNG, am besten per E-Mail: Arianemhamood@gmx.net oder unter 0173 4686206

22. Schöneberger Salon am 22. Februar 2025
„DIE WÜSTE STADT“
– eine wilde Text-Musik-Collage inspiriert vom Weimar Berlin Cabaret der 20er Jahre
Konzept, Text und Gesang: MARIA JAMBORSKY
am Klavier: DAAN DRAGT
Die „Goldenen“ 20er waren eine faszinierende aber auch ambiva-lente Zeit der Weimarer Republik, die geprägt war von den Folgen des 1. Weltkrieges, der Inflation und rasanten gesellschaftlichen wie künstlerischen Innovationen. Die Selbstermächtigung des Individuums war das Motto der Stunde, das Amüsement stand für den Höhenrausch. Auf der Schattenseite dieser glamourösen Zeit standen die Verlierer der Inflation: Arbeitslose, Bettler, Prostituierte. Sie gehörten gleichermaßen zum Stadtbild Berlins wie die Bohème und selbstbewusste jungen Frauen, die in neue Berufe und Lebensabenteuer strömten.
Das Programm „Die wüste Stadt“ will daher weniger die nostal-gischen Klischees der 20er Jahre bedienen, sondern ist eher als zeitkritische Satire konzipiert, die den anhaltenden Hype um das Sündenbabylon Berlin zum Anlass nimmt, parallele Blicke auf die heutige Zeit und Gesellschaft zu werfen.

Präsentiert wird eine Collage aus Liedern u. a. von Friedrich Hollaender, Brecht/ Weill und Cole Porter und Textauszügen von Klaus Mann, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Anita Berber und der Dada Baroness Elsa Freytag von Loringhoven. Zudem wird es eigens für das Programm kreierte funkensprühende Spoken-Word-Lyrik geben.

21. SCHÖNEBERGER SALON | 18. Januar 2025
mit BEHZAD KARIM KHANI
Der in Teheran geborene Berliner Autor und Journalist BEHZAD KARIM KHANI hat bereits mit seinem 2022 erschienenen, auf den Straßen Neuköllns spielenden Debütroman „Hund Wolf Schakal“ Wellen in der deutschen Literaturlandschaft geschlagen. Inzwischen ist dieses mitreißende Buch auch als Theaterstück im Maxim-Gorki-Theater zu sehen.
Auch sein zweiter Roman „ALS WIR SCHWÄNE WAREN“ thematisiert die Schwierigkeiten und Abwege junger Menschen zwischen Fremdsein, Ankommen und abhanden gekommener Heimat. Wie es ist, in einer sozial abgehängten Siedlung am Stadtrand von Bochum in einer Mischung aus Armut und Langeweile aufzuwachsen. Dorthin hat es Reza Ende der 80er Jahre mit seinen Eltern nach ihrer Flucht aus dem Iran verschlagen, in ein Deutschland, das Exilanten als Gäste in die Schranken weist und deutliche soziale Grenzen zieht. Die Siedlung ist Stigma und Omen, gelingt es doch kaum jemandem, dort herauszukommen und ein besseres Leben zu finden.
Alltägliche Demütigungen und das duldsame Schweigen des Vaters entfachen in Reza eine Wut, die ihn von seinen Eltern entfremdet und auf kriminelle Abwege bringt. Diese Wut manifestiert sich in einer erzählerischen Vehemenz und formt eine schillernde Sprache zwischen der Brutalität täglicher Erfahrungen und der Intensität persischer Poesie. Sie wird zu einem ganz eigenen literarischen Sound.
Mit Behzad Karim Khani kommt also eine gewichtige literarische Stimme der Gegenwart in den Schöneberger Salon. Um so mehr freue ich mich, dem Autor gemeinsam mit dem Publikum zuzuhören und mit ihm ins Gespräch zu kommen.
musikalische Begleitung: Marco Ponce Kärgel (akustische Gitarre)